Internatsschule in Bhutan

Über den lokalen Einsatz zur Rettung von Menschenleben hinaus ist die Bergrettung Lech sehr stark in der Unfallprävention tätig und möchte jetzt auch ein humanitäres Projekt in einem anderen Teil der Welt umsetzen.

 

Das Projekt soll:

• in einer kargen Gebirgsregion liegen

• überschaubar sein, da es in der ersten Phase vom Verein gestartet und umgesetzt wird

• Das Projekt soll von Leuten Vorort realisiert werden. Dadurch möchten wir einen hohen Grand von Indentifikation erreichen und das Projekt zu "ihrem" avancieren. Zudem weiß die Bevölkerung vorort am besten wie mit traditionellen Baumaterialien im traditionellen Baustil umgegangen wird.

• Wir streben auch eine gemeinsame Aktion an. Beispielsweise installieren Bergretter/innen gemeinsam mit der Bevölkerung eine Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung.


Anlässlich einer Trekking Tour in Bhutan wurden wir auf die Internatsschule in Lingshi aufmerksam. Die Schule liegt auf 4.000 Metern Seehöhe. Das Besondere an dieser Schule ist, dass die rund 80 Schülerinnen und Schüler einen Schulweg von 3-4 Tagen Fußmarsch haben und daher jeweils für einige Monate in Lingshi wohnen. Das Internat besteht aus einem einzigen Raum ohne elektrischem Licht, in dem die Kinder schlafen, essen und zum Teil unterrichtet werden und lernen. Trotz der tiefen Temperaturen befindet sich der einzige Brunnen außerhalb des Hauses.

Die Freundlichkeit und offene Einstellung der Bevölkerung gegenüber Reisenden sowie die einfache Lebensweise der Kinder und Lehrer hat die Trekker aus Lech tief beeindruckt. Es gibt kaum ein Land, in dem versucht wird Traditionen so zu erhalten, unterstützt von einer sehr weit blickenden Regierung, die sich ebenfalls zum Ziel gesetzt hat, ausländische Einflüsse nicht zu stark zuzulassen.

Die Schule in Lingshi ist das perfekte Projekt in einem wunderschönen Hochgebirgsland am anderen Ende der Welt. Die Kinder erhalten verbesserte Wohn-, Unterrichts- und Sanitäre Bedingungen, lernen Körperpflege und Hygiene, wodurch sie in ihren Familien und Dörfern einen positiven Beitrag leisten können.

 

Allgemeines zu Bhutan:

Bhutan liegt in Südasien und grenzt im Süden an die indischen Bundesstaaten Sikkim, Westbengalen, Assam und Arunachal Pradesh, sowie im Norden an Tibet. Die Oberflächengestalt Bhutans ist vom Himalaya geprägt. Über 80% des Landes liegen über 2000 Meter Höhe.

2004 lebten 40 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, die offiziell mit einem
Jahreseinkommen von 740 Ngultrum (etwa 15 Euro) p.P. angesetzt wird.

 

  Bhutan Österreich
Staatsform:    Konstitutionelle Monarchie  Republik
Wahlspruch: Eine Nation, ein Volk   
Fläche: 47.000 km2  83.871 km2 
Einwohnerzahl: ca. 680.000 ca. 8,4 Mio.
Bevölkerungsdichte: 14,3 Einwohner pro km2   99 Einwohner pro km2 
Hauptstadt: Thimphu   Wien
BIP/Einwohner: 731 US-Dollar (2005) 37.117 US-Dollar (2006)
Human Development Index: 135. Stelle von 177  14. Stelle von 177


 
Höchster Berg des Landes ist der Kula Kangri mit 7.553 Meter. Der 7.541 Meter hohe Gangkhar. Puensum ist der weltweit höchste Berg, der noch nie von einem Menschen bestiegen wurde.

 

Alle wirtschaftlichen Interessen des Landes werden dem Umwelt- und Naturschutz untergeordnet, weswegen das Land über eine Naturbelassenheit verfügt, die heutzutage, relativ auf die Landesgröße gesehen, nahezu unvergleichlich auf der Welt ist. Schon in der Schule wird den Kindern intensiv beigebracht wie wichtig der Umwelt- und Naturschutz ist und es wird viel praktisch, direkt draußen in der Natur, gelehrt.

Die Landwirtschaft ist nicht produktiv. Reisüberschüsse werden nicht produziert, vielmehr  ist die Regierung gezwungen, Reis zur Versorgung der Bevölkerung zu importieren. Mit dem zu erwartenden Bevölkerungswachstum wird sich Bhutan künftig mit Problemen der Nahrungsmittelversorgung konfrontiert sehen.

Große Bedeutung genießt die von Wasserkraftwerken erzeugte Stromproduktion, die überwiegend nach Indien und Bangladesch exportiert wird. Das 1986 in Betrieb genommene Chukha-Kraftwerk (Leistung 336 MW) trägt zu einem erheblichen Teil (2005 40Prozent) zur Finanzierung des Staatshaushaltes bei.